Regierungsbezirk
Oberbayern
PA München-Pasing
Geschichte
Geschichte: München-Pasing
Im Namen seiner Majestät des Königs von Bayern. Sind zum 1.März 1846 an allen Stationsorten der in Betrieb befindlichen Eisenbahnstrecken (München – Augsburg), wo sich zur Zeit noch keine Postexpeditionen befinden, solche zu errichten resp. mit den betreffenden Bahnexpeditionen zu verbinden. Demgemäß werden vom 1.März 1846 anfangend
1) Auf der Bahnstrecke zwischen München und Augsburg an den Stationsorten Pasing, Lochhausen, Olching, Maisach, Althegnenberg, und Stierhof,
2) Brief.- und Fahrpostexpeditionen in Wirksamkeit treten, und mit den an der nämlichen Bahnstrecke gelegenen Postanstalten unmittelbare Briefpackete und Fahrpostkarten wechseln. In Ansehung der Taxen.- und Meilenzahlen dahin, sowie des jeder einzelnen dieser Expeditionen zugewiesenen
München 10.Februar 1846
Das Postamt München-Pasing
in der Käflerstraße 6 um 1930

Geschichte: Seefeld, Post Inning
Das „Geographische Postlexikon für das Königreich Bayern“ von 1848 legte fest, dass die für Seefeld und Oberalting und die anderen Orte der Umgebung bestimmte Post nach Inning zu leiten sei. In Inning musste die Post abgeholt werden. Die Gemeindeverwaltungen schickten wegen der Behördenpost mehr oder weniger regelmäßig einen Gemeindeboten in den zuständigen Postort. Die Törrings hatten durch ihre Besitzungen ohnehin Verbindung mit Inning. Auch privat war allgemein bekannt, dass die Post in Inning abgeholt werden musste. Angekommene Briefe wurden im Fenster des heutigen „Gasthof zur Post“ für jedermann sichtbar ausgehängt. Wer gerade in Inning war, konnte den Empfänger daheim verständigen, dass ein Brief für ihn da sei. Nahm er den Brief gleich selbst mit, so durfte er vom Empfänger 1 Kreuzer Botenlohn verlangen.
Die Situation erfuhr eine erhebliche Verbesserung, als am 1.10.1860 der Landpostbotendienst eingeführt wurde. Aus Inning machte nun der Landpostbote seine genau festgelegte Runde über Walchstadt nach Steinebach, Auing, Seefeld, Drößling, Frieding, Widdersberg, Herrsching, Ried, Breitbrunn und zurück nach Inning. Das waren an die 30 km, die er täglich außer Sonntags zu Fuß zurücklegte, oft mit Paketen beladen. In seiner hellblauen Uniform wurde er in den Dörfern zu einer vertrauten Erscheinung. Dem Inninger Landpostboten konnte man die Post auch mitgeben. Er verkaufte auch Briefmarken.


Oberalting ist in diesem Bestellgang nicht ausdrücklich erwähnt. Da es Sitz der Gemeindeverwaltung war, war es aber mit Sicherheit enthalten. Die Gemeinden bekamen regelmäßig amtliche Post. Außerdem musste der Gemeindevorsteher (Bürgermeister), und dieser war in Oberalting, die Anwesenheit des Landpostboten bestätigen, oder ein kleiner Stempel im Briefkasten diente zur Dokumentation der Anwesenheit. Ab 1860 wurde in den meisten größeren Landgemeinden ein Briefkasten angebracht, vorzugsweise am Haus des Vorstehers. Dieser war damals Matthias Hörmann, Haus Nr. 7, heute Seidl am Marienplatz. Dass der Landpostbote über Oberalting ging, beweist auch eine erhalten gebliebene Quittung vom 29.5.1864, unterschrieben „Ecker, Postbote“ über 20 Gulden 12 Kreuzer, empfangen von der Gemeindeverwaltung Oberalting.
Vorsintflutliche postalische Zustände
Für Oberalting und Seefeld bestand die regelmäßige Postverbindung durch den Inninger Landpostboten zehn Jahre lang, von 1860 bis 1870. So segensreich sie auch war, sie litt doch an der umständlichen Verbindung mit Inning. Die Güter- und Rentenverwaltung Seefeld hatte schon 1867 eine Postwagenlinie nach Starnberg beantragt, jedoch die Antwort erhalten, dass die Kosten hierfür zu hoch seien. Der Verwalter Jakob reichte am 15.4.1869 ein neues Gesuch ein, ebenfalls ohne Erfolg. Das damals zuständige Bezirksamt „München links der Isar“ wies am 10.5.1869 in einem Bericht an die Regierung von Oberbayern eindringlich darauf hin, dass sich die Fremden in der Starnberger Gegend über die weite Entfernung zu den Poststationen beklagten. Am 28.5.1869 schob es die Mitteilung nach: „Seine Exzellenz Herr Staatsminister von Hörmann hat kürzlich persönlich in Seefeld Beschwerden über die Mangelhaftigkeit der Postverbindung im dortigen Bezirke vernommen und dürfte wohl auch deren Begründetsein anerkannt haben“.
Am 25.3.1870 muss dem Gutsverwalter Jakob der Geduldsfaden gerissen sein, denn nun wandte er sich privat an einen Bekannten im Oberpostamt. Er schrieb: „Mein lieber Freund! . . . Wie bekannt, sind wir in Seefeld aus allem Verkehr geworfen worden . . . Briefe von Starnberg laufen früher in Paris denn in Seefeld ein“. Er würde sogar auf Kosten „der hiesigen Cassa“ die Post täglich in Starnberg abholen lassen. Allerdings sei es höchst traurig „wenn man gleich den Grundbesitzern der nordischen Steppen, den Pflanzern der Prärien, in jetziger Zeit, in Baiern, die Post aus eigenen Mitteln zu besorgen in die Lage versetzt wird“. Er schloss mit dem Wunsche „Dich während der heurigen Saison hier zu sehen, um Dir von den vorsintflutlichen postalischen Zuständen des hiesigen Postwesens Überzeugung zu verschaffen“.
Was Jakob nicht wusste: Sogar das Oberpostamt hatte sich inzwischen – auf einen Wink von oben? – von der Notwendigkeit einer Verbes-serung der Postverbindungen überzeugen lassen. Schon am 21.11.1869 hatte es in einem Bericht an die Generaldirektion der kgl. bayer. Verkehrsanstalten die Errichtung einer Postexpedition in Seefeld mit Verbindung nach Starnberg wärmstens befürwortet. Es verwies auf die Klagen der Sommerfrischler. Außerdem sei die Verwaltung der gräflich Törring-Seefeld’schen Güter, die sehr bedeutend sei, bei dem vielfachen Verkehr mit München oft gezwungen, ihre Briefe wegen der Zeitersparnis nach Starnberg zu bringen. Es sei somit „deren Bitte um Errichtung einer Postexpedition nicht ungerechtfertigt“. So konnte der „liebe Freund“ im Oberpostamt schon am 28.3.1870 antworten, daß Seefeld ab 1. Mai eine Postexpedition mit täglicher Carriolpost nach und von Starnberg erhält.
